Pakistan

Spendet für die Flutopfer in Pakistan

Massive Regenfälle haben weite Teile Pakistans überflutet. Mehr als 20 Millionen Menschen leiden unter den Folgen der Katastrophe.

Die Wasserdämme brachen und setzten die Menschen ungeschützt dem Flutwasser aus. Mindestens drei Dörfer im Distrikt Sibi wurden zerstört. Nachdem ein Großteil von Khaiber Paschtunkhwa und dem südlichen Pandschab bereits zerstört ist, haben die Regenfälle auch in Sindh zu großflächigen Überschwemmungen geführt. Häuser, Vieh (z. B. Ziegen und Rinder), Haushaltsgüter, Kleidung, Schuhe und andere Gegenstände wurden vernichtet. Die EinwohnerInnen der Dörfer sind nun ohne Trinkwasser, Nahrung und Obdach, und sie benötigen Kleidung. Gerade für Kinder und Frauen ist die Situation besonders schlimm. Weil sauberes Trinkwasser fehlt, verbreiten sich in den betroffenen Gebieten Krankheiten äußerst schnell. Es ist festgestellt worden, dass insbesondere Grippe, Diarrhöe und Cholera virulent sind.

      
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Die Reaktion der Regierung hat die Lage nur zugespitzt. Sie war nicht in der Lage, umgehend zu handeln, und hat zehntausende Menschen ohne Hilfe gelassen. Viel zu spät wurde eine äußerst dürftige Menge an Nahrungsmitteln in die Behelfslager geschickt. Die Diskrepanz zwischen der Menge an Nahrung und der Anzahl der Hungernden hat zu Kämpfen geführt, durch die die Lage der verzweifelten Menschen noch verschlimmert wurde.

Rubina Baluch, Sekretärin für Frauenangelegenheiten der Labour Party Pakistan (LPP, ArbeiterInnenpartei Pakistans) in Belutschistan und Einwohnerin eines der betroffenen Dörfer, sagte: „Es gibt hier absolut nichts mehr: Nahrung, Wasser und Kleidung sind Dinge, die wir verzweifelt brauchen!“ Mehr als 20 Millionen Menschen leiden unter diesen schwerwiegenden Umständen. 1600 sind bereits direkt an der Flut oder an den Folgen gestorben, über 5 Millionen haben keine Unterkunft.

Da sich auch die Regierung unfähig zeigt, mit der Katastrophe umzugehen, haben religiöse Fundamentalisten von der Flut profitiert. In vielen Gebieten sind sie die einzigen, die Hilfe leisten.

Während islamistische Kräfte versuchen, aus der Katastrophe Kapital zu schlagen, ist es wichtig, dass sozialistische Gruppen und die Arbeiterbewegung aus aller Welt die Hilfsbemühungen der pakistanischen Linken unterstützen.

In diesem Sinn ist die Labour Relief Campaign (LRC, Arbeiterhilfsorganisation) unter anderem mit Hilfskonvois aktiv. Die LRC ist eine pakistanische Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Lahore, die von der LPP und anderen Organisationen unterstützt wird. Sie wurde 2005 nach dem großen Erdbeben in Pakistan gegründet, das 100 000 Menschenleben forderte, und wird von Organisationen wie der Progressiven Jugendfront, Labour Education Foundation (LEF, Stiftung für Arbeiterbildung), Women Workers Help Line und Gewerkschaften getragen.

 

Spendenkonto:

Thies Gleiss, Konto 47 81 06 507, Postbank Köln, Bankleitzahl 370 100 50

IBAN: DE44370100500478106507, BIC: PBNKDEFF

Stichwort: Pakistan – Flutkatastrophe

Diese Organisationen hatten, wie es in dem Aufruf vom 7. August heißt, den die LEF an FreundInnen und Organisationen in Pakistan und im Ausland geschickt hat (http://www.internationalviewpoint.org/spip.php?article1906), bereits zu diesem Zeitpunkt über 300 000 Rupees gesammelt und für Flutopferhilfe Rs. 110 000 nach Belutschistan und über Rs. 200 000 in den Süden des Pandschab geschickt.

Der Revolutionär Sozialistische Bund (RSB), die internationale sozialistische linke (isl) und andere Organisationen der IV. Internationale unterstützen die Aktivitäten der Labour Relief Campaign.

Mitte September wird ein erster Betrag, der in Deutschland sowie von der belgischen Sektion (Ligue Communiste Revolutionnaire / LCR/SAP), der niederländischen Sektion (Socialistische Alternatieve Politiek, SAP) und anderen gesammelt worden ist, direkt (und selbstverständlich ohne Abzüge!) an die Labour Relief Campaign übergeben.


Dieser Artikel erschien in Inprekorr Nr. 466/467 (September/Oktober 2010).