Veranstaltungen mit Farooq Tariq

Pakistan – sozialer Widerstand zwischen Militär, US-Drohnen und Fundamentalisten

Farooq Tariq berichtet über gewerkschaftliche Aktionen gegen Privatisierung und lebensgefährliche Arbeitsbedingungen (wie bei den weltweit bekanntgewordenen Bränden in den Textil- und Schuhfabriken 2012), über Bewegungen von Bäuerinnen und Bauern gegen Landraub durch die Armee, Selbstorganisation von Frauen gegen ihre Benachteiligung in allen Lebensbereichen, Solidaritätsaktionen mit ethnischen und religiösen Minderheiten gegen brutale Diskriminierung, Märsche gegen Kriegstreiberei und für Frieden zwischen Pakistan und Indien. Außerdem geht er auf Organisierungsprozesse der von zwei Seiten ‒ vom Staat und von islamistischen terroristischen Kräften ‒ bedrohten marxistischen Linken in Pakistan ein.

Pakistan ist mit 210 Millionen Einwohner*innen das fünftbevölkerungsreichste Land der Erde und zweitgrößte unter den Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Seit seiner Unabhängigkeit 1947 hat es vier Militärdiktaturen und nur relativ kurze Perioden demokratisch gewählter Regierungen erlebt. Die Afghanistan-Kriege haben mit Millionen von Flüchtlingen, dem Entstehen der Taliban-Bewegung und den bis heute andauernden Drohnen-Angriffen durch das US-Militär weiter zu Destabilisierung und Polarisierung im Lande beigetragen.

 

Termine

Köln: Montag, 28. Mai

19:00 Uhr, Alte Feuerwache, Raum 1
Veranstalter: ISO Köln in Kooperation mit dem Verein für solidarische Perspektiven e.V. (VsP)

München: Dienstag, 29. Mai

19:00 Uhr, Eine Welt Haus, Raum 211/212, Schwanthaler Str. 80
Veranstalter: ISO München in Kooperation mit Lesekreis junge Welt, marxistische linke Region München, VsP

Mannheim: Mittwoch, 30. Mai

19:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Mannheim, Hans-Böckler-Str. 1, Raum der DGB-Jugend
Veranstalter: ISO Rhein-Neckar und Kurdische Frauenorganisation Ronahi Berivan-Frauenrat LU/MA mit Unterstützung von Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!“ MA, Antikapitalistisches Bündnis MA, Attac MA, DIDF MA, DIDF-Jugend MA, IG BCE Ortsgruppe Weinheim, Initiative „Nein zum Krieg ‒ Solidarität mit Afrin“ Mannheim

Hamburg: Freitag, 1. Juni

19:00 Uhr, Werkstatt 3, Nernstweg 32‒34, Hamburg-Altona
Veranstalter: ISO Hamburg

Nachdem die letzte Militärdiktatur 2008 unter anderem durch die von immer breiteren Bevölkerungsschichten unterstützte Anwaltsbewegung beendet wurde, treibt die zivile Regierung der „Islamischen Republik Pakistan“ inzwischen in eine zunehmend massive Krise, das Militär versucht wieder an Einfluss zu gewinnen. Die Absetzung des gewählten Ministerpräsidenten durch den Obersten Gerichtshof im Juli 2017 ist ein Meilenstein auf diesem Weg gewesen.

Die Repression ist Alltag. Es verschwinden Aktivist*innen der Hazara-Minderheit in Balutschistan. Fingierte Prozesse unter dem Deckmantel des „Krieges gegen den Terror“ enden mit drakonischen Strafen – etwa gegen den Umwelt- und Bürgerrechtsaktivisten Baba Jan aus dem Sonderterritorium Gilgit-Baltistan oder gegen die Führung der Bauernbewegung auf den Militärfarmen von Okara.

Doch wo Druck ist wächst Widerstand, der von einem breiten Spektrum sozialer Bewegungen getragen wird:

Der Referent, Farooq Tariq, ist Sprecher der Awami Workers Party (AWP), Mitbegründer der Pakistan Workers Confederation und ist als jahrzehntelanger Aktivist in zahlreichen sozialen Bewegungen von verschiedenen Diktaturen ins Exil getrieben und inhaftiert worden.



Dieser Artikel erschien in der Online-Ausgabe von die internationale Nr. 3/2018 (Mai/Juni 2018) (nur online). | Startseite | Impressum | Datenschutz