Sommercamp

Lernen, die Welt zu verändern

Das 32. internationale Sommercamp der IV. Internationalen in Katalonien

Vom 24. bis zum 30. Juli dieses Jahres werden sich in Granollers in der Nähe von Barcelona mehrere hundert Jugendliche aus mindestens 18 Ländern versammeln. Sie eint die Überzeugung von der dringenden Notwendigkeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen ebenso wie der Glaube daran, dass solche Veränderungen möglich sind. Wie groß die Dringlichkeit einer Umwälzung mittlerweile ist, hat das vergangene Jahr erneut unter Beweis gestellt. Die Ankunft einer großen Zahl Geflüchteter in Kerneuropa hat viele Menschen ganz unmittelbar mit den verheerenden Folgen kapitalistischer Kriege und Ausbeutung konfrontiert. Die Antwort der Herrschenden besteht darin, den Keil des Rassismus tief in die Gesellschaft zu treiben, verschiedene unterdrückte Gruppen gegeneinander auszuspielen und zugleich die Festung Europa noch brutaler abzuschotten. Brandanschläge, gewalttätige Übergriffe und der Aufstieg der AfD beweisen dabei, wie gefährlich der Rechtsextremismus und wie aktuell der Kampf gegen ihn ist. Die nach wie vor schwelende tiefe Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft sowie die sich bereits in vollem Gang befindliche Klimakatastrophe stellen die Lebensgrundlage eines großen Teils der Menschheit in Frage.

Derweil herrscht in Deutschland im Großen und Ganzen immer noch Friedhofsruhe. Soziale Kämpfe finden, wenn überhaupt, vereinzelt und isoliert statt. Insbesondere die Jugend, normalerweise die Speerspitze linker und sozialer Bewegung, verhält sich in ihrer Mehrheit ausnehmend friedlich. Prekarisierung, gesellschaftliche Vereinzelung, neoliberale Propaganda und fehlende Organisation haben zu verbreiteter Hoffnungslosigkeit in Bezug auf positive gesellschaftliche Veränderungen geführt. Dass das nicht immer so sein muss, zeigt der Blick in die Geschichtsbücher ebenso wie der über die deutschen Grenzen hinaus. Von Spanien über Frankreich bis Griechenland beweisen nicht zuletzt junge Menschen, dass man für gemeinsame Ziele kämpfen und dabei auch erfolgreich sein kann, wenn der Kampf entschlossen und kollektiv geführt wird. Damit diese Erfahrungen nicht verloren gehen, ist es wichtig sich darüber auszutauschen. Anders gesagt: Die Welt verändern, kann man lernen.

Genau darum geht es beim Sommercamp der IV. Internationalen. In Workshops, Vorträgen und Diskussionen wollen wir voneinander lernen und unser theoretisches und praktisches Wissen austauschen. Wie organisiert man einen Streik, wie den Kampf gegen Nazis? Welche Parteien brauchen wir und welche Forderungen sind zeitgemäß und mobilisierungsfähig? Und wie durchbricht man eigentlich eine Polizeikette? Über diese und andere Fragen werden wir die Erfahrungen aus verschiedenen Ländern sammeln, diskutieren und auswerten und unsere Kämpfe damit über Ländergrenzen hinweg verbinden. Die Mitbestimmung des Camp-Alltags ermöglicht es auch eine selbstverwaltete Struktur zu erleben und zu gestalten. Nicht zuletzt wollen wir auch bei gemeinsamen Feiern junge linke Menschen aus den verschiedensten Ländern kennenlernen. Internationalismus und Solidarität sind auf dem Sommercamp praktisch erlebbar.

Auch aus Deutschland wird wieder eine Gruppe junger Menschen zum Sommercamp reisen. Die Fahrt werden wir gemeinsam möglichst kostengünstig organisieren. Egal, ob organisiert oder nicht – das Sommercamp steht allen interessierten Menschen offen.

Bei Interesse an einer Teilnahme oder weiteren Fragen kann unter sommercamp@rsb4.de oder unter jugendcamp@islinke.de Kontakt aufgenommen werden. Weitere Informationen gibt es auch unter http://www.rsb4.de/sommercamp



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Dieser Artikel erschien in der Online-Ausgabe von Inprekorr Nr. 3/2016 (Mai/Juni 2016) (nur online).