Griechenland

Alle gemeinsam für ein Nein! und einen vollständigen Bruch

Stathis Kouvelakis

Der Wendepunkt, den wir erhofft und an dessen Erreichen wir zu zweifeln begonnen hatten, ist nun erreicht. Die katastrophale Parodie von „Verhandlungen“, die Spirale von Rückzügen und Zugeständnissen wurde gestoppt.

Diese Wende hat sich um ein einfaches und offensichtliches Wort mit der Klarheit einer Spaltaxt herausgebildet: Nein zum Ultimatum der Troika, die Entscheidung liegt bei den Menschen.

Nun ist es möglich, der tödlichen Falle, die die europäischen Herrscher geduldig aufgebaut haben, um die Hoffnung im Keim zu töten, die mit dem Sieg der Syriza am 25. Januar geboren wurde, zu entgehen.

An diesem Abend [26. Juni], sprach Alexis Tsipras die Sprache der Wahrheit: Er hat endlich erklärt, warum diese „Verhandlungen“ nur ein Witz, eine konstante Erpressung waren, um das griechische Volk und seine Regierung zu demütigen und das Mandat der Bevölkerung aus den Wahlen vom 25. Januar in den Staub zu treten.

Es ist nicht der Moment, um Rechnungen aufzumachen. Aber es ist unmöglich, nicht zu erwähnen, dass die Entscheidung dieses Abends allen Recht gibt, die seit Monaten gesagt haben, dass es keinen Platz für einen so genannten „Kompromiss“ gibt, sondern nur die Wahl zwischen Kapitulation und Bruch. [1]

      
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Jetzt liegt der Kampf um das Referendum vor uns. Er muss ein Massenkampf, eine zutiefst vereinheitlichende Mobilisierung sein, die das Vertrauen in die Volkskräfte wiederherstellen und eine neue Welle der Radikalisierung in die griechische Gesellschaft treiben wird.

Dieser Kampf kann es inmitten der Aktionen ermöglichen, die Bedingungen zu schaffen, um den Kurs nach fünf Monaten der Stagnation zu korrigieren und die Beziehungen zwischen Regierung, Syriza und den sozialen Bewegungen neu zu definieren.

Schließlich ist es offensichtlich, dass dieser Kampf nicht nur in Griechenland stattfinden wird. Die Reaktion der Troika und europäischen Herrscher wird beängstigend sein.. Das griechische Volk ist in der Lage, zusammen zu stehen und zu kämpfen. Aber es braucht unbedingt internationale Unterstützung. Dies ist seine einzige Waffe gegen die Stärke und die Gewalt der herrschenden Klassen, die, wie wir wissen, zu allem fähig sind, um ihre Ziele zu erreichen.

Lang lebe der Kampf des griechischen Volkes!

Hoch die internationale Solidarität!

Wir werden siegen!

27. Juni 2015



Dieser Artikel erschien in der Online-Ausgabe von Inprekorr Nr. 4/2015 (Juli/August 2015) (nur online).


[1] Für eine knappe Zusammenfassung dessen, was passiert ist und was auf dem Spiel steht, siehe Paul Mason, Wirtschaftsredakteur von Channel 4 News „Tsipras goes for referendum on 5 July”.