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Widerstand gegen die neoliberale Globalisierung

Zwei Jahre liegen der Welthandelsgipfel und die Proteste von Seattle jetzt zurück. In dieser Zeit hat der Widerstand gegen die neoliberale Globalisierung rasant zugenommen. Im Februar 2001 kamen Tausende von Menschen vor allem aus Lateinamerika und Europa auf dem Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre zusammen. Auf unserer Antiglobalisierungsschulung vom 3. bis 24. November konnten wir viel von dieser Widerstandsstimmung hier im IIRE spüren.

Am deutlichsten kam die Stärke der Bewegung in der Beteiligung von acht Mitgliedern der brasilianischen Arbeiterpartei unter den insgesamt 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Ausdruck. Verschiedene IIRE-Mitglieder wie Eric Toussaint vom Komitee zur Streichung der Schulden der Dritten Welt sowie Christophe Aguiton und Pierre Rousset von ATTAC International (einer Organisation zur Besteuerung und Kontrolle von Kapitalflüssen) spielten eine wichtige Rolle auf dem Weltsozialforum. Ihre Anwesenheit und ihre Gedanken dort halfen uns, das bedeutende brasilianische Kontingent für die diesjährige Schulung zu gewinnen. Ein ganzer Tag des Seminars war dem Weg gewidmet, der von Seattle nach Porto Alegre führte, zwei weitere Tage dem Kampf gegen Schulden und "Strukturanpassung" in der Dritten Welt und ein weiterer Tag dem Kampf gegen die gesamtamerikanische Freihandelszone, wie er bei den Protesten in Quebec zum Ausdruck kam.

Dank der brasilianischen TeilnehmerInnen konnten wir einen Tag der Diskussion und Analyse ihrer Erfahrung des "partizipatorischen Haushalts" in der Stadt Porto Alegre und dem zugehörigen Bundesstaat Rio Grande do Sul widmen, die beide vom linken Flügel der Arbeiterpartei regiert werden. Als weltweit beachtetes Experiment direkter Demokratie mit Zehntausenden von Entscheidungen über Prioritäten hat der partizipatorische Haushalt die Grenzen der liberalen, repräsentativen Demokratie in Frage gestellt.

Viele der Diskussionen auf dem Seminar wurden durch Materialien der sozialen Bewegung bereichert, das direkt von deren Websites geholt wurde. Hier leistete die neue ADSL-Verbindung des Instituts gute Dienste. Texte auf Englisch und Spanisch wurden beispielsweise von den Auftritten von ATTAC International, vom Weltfrauenmarsch 2000 und von Via Campesina, einem weltweiten Bündnis von Kleinbauern und Umweltschützern gegen Fast food und Agrobusiness, geholt.

Krieg

Natürlich wurde das ursprünglich geplante Seminarprogramm von den Ereignissen am 11. September in New York und Washington und vom jetzt stattfindenden Krieg in Afghanistan überschattet. Zumindest in den Ländern der Seminarteilnehmer scheint der Schwung der Antiglobalisierungsbewegung nicht nachgelassen zu haben, vielmehr wurden die Kämpfe gegen den Neoliberalismus mit dem neuen Aufschwung des Antimilitarismus verknüpft.

Wer uns bei unseren Projekten unterstützen möchte, der oder diejenige kann dies in Form einer Spende an das IIRE tun. Dies ist auf mehreren Wegen möglich:
  • Durch eine Überweisung auf das Konto 2079557 der Netherlands Postbank auf den Namen IIRE, Amsterdam
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  • In Deutschland durch eine Überweisung auf das Konto 17 495 011 bei der Volksbank Oberhausen-Mülheim, BLZ 365 601 96, Empfänger P. Berens, Zweck "IIRE"
  • In der Schweiz durch eine Überweisung auf: 40-8888- 1, COOP Bank, 266233 .290005-6, Förderverein des Studienzentrums, Zweck "E. Mandel/IIRE"
Vielen Dank für die Unterstützung in der Vergangenheit und in der Zukunft!
 
Dies gilt besonders für Pakistan; von dort kam ein Mitglied der Labour Party of Pakistan, die kürzlich mehrere tausend Menschen zu Aktionen gegen den US-Krieg (der von der pakistanischen Militärdiktatur unterstützt wird) und den fundamentalistischen Terror (den die massive islamistisch-fundamentalistische Opposition des Landes totzuschweigen versucht) mobilisierte. Ähnliche Aussagen zur Entwicklung des Widerstands schienen auch für die anderen elf Länder zu gelten, die auf dem Seminar vertreten waren: Australien, Brasilien, Dänemark, Ecuador, Deutschland, Mexiko, Philippinen, Quebec, Sri Lanka, Schweden, Uruguay. Die Lage in den USA muss sicher differenzierterer gesehen werden - aber leider war niemand von dort gekommen.

Der Krieg führte zu noch umfassenderen Diskussionen des islamischen Fundamentalismus, was bereits auf der letztjährigen Nord-Süd-Schulung ein wichtiger Punkt war. Die Diskussion war diesmal weniger polarisiert und besser informiert als im letzten Jahr - viele Aktivisten haben in den letzten Monaten eine Menge über den Islam gelernt.

Auch die Diskussion der Rolle des Feminismus in den Widerstandsbewegungen vom letzten Jahr lebte wieder auf. Drei Tage waren dafür vorgesehen: einer zu Geschlecht (gender) und Globalisierung, einer zu Geschlecht und Politik und einer zu Geschlecht und sozialen Bewegungen. Die weiterbestehenden Organisationsansätze vom letztjährigen Weltfrauenmarsch halfen, die Diskussion für die neun weiblichen Teilnehmerinnen zuzuspitzen; sie trafen sich auch mehrere Male, um Vorträge vorzubereiten und die künftigen Kommunikation und Koordinierung von Aktivitäten zu besprechen.

Dass wir so vielen Menschen aus armen Ländern die Teilnahme ermöglichen konnten, verdanken wir zu einem Großteil der großzügigen Unterstützung der Jakob-Moneta-Stiftung in Deutschland, dem Tom-Gustafsson-Gedächtnisfonds in Schweden und dem Komitee zur Streichung der Schulden der Dritten Welt in Belgien. Zum Schluss dieses Berichts möchten wir ihnen daher noch einmal unseren herzlichen Dank aussprechen.

Das IIRE ist das International Institute for Research and Education (Internationales Forschungs- und Bildungsinstitut). Inzwischen beherbergt es auch das "Studienzentrum Ernest Mandel".
Im Internet jetzt unter http://www.iire.org.



Dieser Artikel erscheint in der Inprekorr Nr. 364.